Wie wird aus einer Burg ein Schloss?

Im Mittelalter prägen Burgen die steirischen Regionen. Sie werden als feste Wohnsitze oder temporär als Verwaltungssitz des Landesherren, wie im Falle der Burg Hartberg, genutzt. Die Burgen dienen der Sicherung der Verkehrswege und bieten im Notfall den Menschen des Umlandes Schutz. Weil sich die Bedrohungslage und Waffentechnik ändern, verlieren die Burgen in der Neuzeit ihren Status. Zudem genügen sie nicht mehr den veränderten Ansprüchen: In ihnen ist es zu kalt, zu dunkel zu eng. Ein neuer Gebäudetypus wird erdacht: das Schloss. Teilweise werden auch die alten Burgen im Hinblick auf mehr Komfort adaptiert.

Unter weitgehender Nutzung der bestehenden Mauersubstanz und unter Beibehaltung der kompakten Grundform werden sie dem neuen Ideal eines südländischen Palazzos angenähert.: Großzügig eingebrachte Fenster und Arkadengänge, Decken und Holzverkleidungen im modischen Geschmack zeigen, dass sich der Schlossherr auf der Höhe seiner Zeit befindet.

Am "Hofzaun des Reiches", wie man die Lage der Oststeiermark durch ihre Grenzlage bezeichnet, zeigt sich eine der dichtesten Konzentrationen von Burgen und Schlössern in Mitteleuropa.

Nach den Wirren der Völkerwanderungszeit begann man zur Verteidigung der Grenze Burgen und Pfalzen (Herrschaftsitze) zu erbauen. Auch Kirchen und Klöster, wie Stift Vorau, dienten als Zufluchtsort in unruhigen Zeiten.

Schloss Hartberg

Das Schloss im Zentrum der Stadt, dessen älteste Mauern aus romanischen Quadersteinen errichtet wurden, gilt als weltliche Keimzelle der Stadt Hartberg. Die Geschichte des Schlosses geht zurück ins tiefste Mittelalter. Ab 1130 wurde von den Traungauern, den Markgrafen von Steyr, im Auftrag des Landesfürsten am höchsten Punkt der Stadt jene Burg errichtet, die erstmals 1147 erwähnt wurde. Bis 1529 war diese in Besitz des jeweiligen Landesherrens, der sich durch einen Burgrafen als Verwalter mit Sitz in der Burg vertreten lies. 1529 verkauf Ferdinand I. die Herrschaft Hartberg, um den Kampf gegen die Türken zu finanzieren.

1572 vom Geschlecht der späteren Fürsten Paar erworben und im Stil der Renaissance umgebaut, wurde es im 17. Jahrhundert um einen Arkadentrakt erweitert. Die Familie Paar, die aus Oberitalien abstammt, hat sich große Verdienste um das österreichische Postwesen erworben. Die Paars verstanden sich als rechtmäßige Stadtherrn, streng herrschten sie über die Bürger und behandelten diese wie Untertanen, Konflikte blieben nicht aus. Ungeachtet ihrer 300 Jahre alten Privilegien forderte man von den Bürgern sich wie Bauern und Leibeigene unterzuordnen. Um sich vor rebellischen Angriffen zu schützen, wurde eine noch heute bestehende Mauer zur Herrengasse errichtet, 1597 wird diese erstmals erwähnt.

Burg Schloss Harberg

Sehenswert!

Ein mächtiges Schloss, zauberhafte Gärten, moderne Kunst und einzigartige Natur.  

Wie ein gigantisches Schiff aus Stein liegt es an der Feistritz – das Gartenschloss Herberstein. Man könnte auch sagen: Gleich einem mächtigen, felsigen Keil, der 700 Jahre Geschichte in seinen prächtigen Mauern trägt, wird es zum Zeitzeugen europäischer Geschichte. 

Doch das Schloss, das heute noch in der 21. Generation von der Familie bewohnt wird, besteht nicht nur aus Stein und Fels. Dieses Stück Steiermark steht für die Menschen, die diesen Ort geschaffen und geprägt haben. Der Name Herberstein steht aber auch für einzigartige Natur, die hier seit Jahrhunderten Zeit hat, eine Vielfalt an Gärten, Epochen und Stilrichtungen zu einer botanischen Pracht zu entfalten. Zwischen Kräutern, Obstbäumen, terrassenförmigen Beeten, Wasserkaskaden und hunderten Rosenstöcken lässt es sich in eine florale Zauberwelt eintauchen.

Das Gartenschloss Herberstein ist eines der Herzstücke in der steirischen Kulturlandschaft.  Die Epochen der Gotik, der Renaissance, des Barocks machen den Ausflug an diesen Ort zu einer Zeitreise.

Suchen Buchen
&#x; &#x;