Mittelalterliche Spuren

Nachdem 1043 König Heinrich III. die Ungarn besiegt hatte,  kam es ab 1122 zur Neubesiedelung der verödeten Landschaft in der Oststeiermark. Markgraf Leopold der Starke von Steyr (1122 - 1129) gründete am Fuße des von Eichenwäldern bedeckten Masenberg-Gebirgsstockes, der als Hartberg ( hart = Wald, mhd.) bezeichnet wurde, die erste Pfalz der Traungauer in der Karantaner Mark. Die eigentliche Pfalz umfasste die Burg, die Burgkapelle, einen Meierhof und eine Mühle. Bei einem Rundgang lässt sich das Bild der mittelalterlichen Stadt erahnen. Sehen Sie Teile der alten Stadtummauerung, das Schloss Hartberg, den Reck- und Schölbingerturm. Historische Spuren prägen die Athmosphäre der Stadt.

um 1122 | Hartberg wird gegründet
Die planmäßig auf einem erhöhten Plateau angelegte Pfalz aus dem frühen 12. Jahrhundert verfügt bis heute über einen Teil ihrer mittelalterlichen Wehrmauern mit Wehrtürmen. Neben der Burg, das heutige Schloss Hartberg, wurde eine Kapelle, ein Meierhof und eine Burgsiedlung angelegt und recht bald eine Pfarre als Seelsorgezentrum. Daraus entwickelte sich ein Marktort und die spätere Stadt.

ab 1166 | Oststeirischer Burgengürtel
Als Reaktion auf neuerliche kriegerische Angriffe durch die Ungarn wurde auf einem am 17. Septemberg 1166 in Hartberg abgehaltenen Hoftaiding der sukzessive Ausbau eines gestaffelten Burgengürtels in die Wege geleitet. In den folgenden Jahrzehnten errichteten die ortsansässigen Geschlechter wie die Stubenberger, Neuberger, Eichberger und Wildonier eine große Anzahl von Wehranlagen befestigten Höfen und Türmen, die ihre Besitztümer und ihre Untertanen schützten sollten.

Die Keimzelle der Stadt, das Schloss Hartberg, wurde erstmals 1147 als beurkundete Burg genannt. An der Westseite der Schlossmauer lässt sich der Verlauf der Stadtmauer sehr gut verfolgen. Zu sehen ist ein langes Mauerstück, der Zwinger und der halbrund vorragende Reckturm mit flacher Einstiegsstelle. Der angrenzende Stadtgraben wurde aufgeschüttet und in eine terrassenförmige Parkanlage umgewandelt. Auch an der Nordseite mit der durch seinen natürlichen Geländeabfall zusätzlich gesicherten Burg ist noch mehr als die Hälfte der alten Stadtmauer zu sehen.
Hartberg behielt seine mittelalterliche Stadtbefestigung bis zu deren Auflassung im Jahre 1794. Als 1657 der kaiserliche Festungsingenieur Martin Stier unter anderem auch Hartbergs Wehranlagen visitierte, hob er in seinem Bericht an den Kaiser die Stärke seiner Mauern hervor und hatte nur wenig zu bemängeln (Codex 9225 der Nationalbibliothek  Wien). Radkersburg und Fürstenfeld wurden hingegen im 16. und 17. Jahrhundert mit einem neuzeitlichen System aus Bastionen, Courtinen und Ravelins bewehrt.

Hartbergs erste Nennungen in Urkunden

Hartberg (Hartperge, Harthberg, Harperch): 1166 als "forum", 1286 als "civitas", 1316 als "stat, 1330 als "oppidum"

forum = Marktplatz, Gerichtsstadt
civitas = Gemeinde mit Bürgerrechten
oppidum = befestigte, kleinere Stadt

Hartberg ist die erste oststeirische Stadt, die urkundlich erwähnt ist. Weitere Nennungen: Friedberg um 1252, Fürstenfeld um 1185, Radkersburg um 1182

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