Planmäßige Entwickung der Pfalz zur Stadt

Im Mittelalter vollzog sich die Entwicklung vom Gassenmarkt zum Platzmarkt. Es war ein Zusammenspiel von planmäßiger Ordnung und organischem Wachstum. Bei den ersten Marktgründungen handelte es sich um Gassenmärkte.

Der erste und älteste dieser Gassenmärkte in der heutigen Steiermark entstand in der Pfalz des Markgrafen Leopold in Hartberg um 1125 und war quer auf die Durchzugsstraße gestellt (= heutige Michaeligasse). Strategisch lag die Pfalz an einem wichtigen Straßenknotenpunkt, wo die strata ungarica sich mit der Hartbergergstraße, die über den Wechsel nach Wien führte, traf.

Der Gassenmarkt, die heutige Herrengasse, war das erste Versorgungs-, Gewerbe- und Handelszentrum im Hartbergerland.  Ab 1130 wird an der Stelle des heutigen Schlosses mit der Errichtung der Burg (des Herrschaftssitzes = Pfalz) begonnen. Ein größeres Grundstück, wenige Schritte von Burg und Gassenmarkt entfernt, schenkt Leopold der Pfarre zur Errichtung der ersten Kirche, Friedhof und Pfarrhof.

Da sich wegen der rasch zunehmenden Zahl der Siedler der Gassenmarkt als zu klein erweist, wird auf dem Standort des heutigen Hauptplatzes 1147 ein Platzmarkt,  der älteste der Steiermark, errichtet. Eine neue städtebaulicher Typus war entwickelt. Hartberg hatte somit eine Vorbildwirkung.

Der Typus der platzförmigen Marktanlage wurde in Hartberg und Graz erprobt und wurde zu immer regelmäßigeren Formen weiterentwickelt, um schließlich als Rechteckplatz einen Prototyp im Städtebau des Mittelalter darzustellen. 

1166 wird Hartberg als forum genannt. 1286 wird Hartberg erstmals urkundlich als Stadt genannt. Die öffentlich rechtliche Anerkennung als Stadt erfolgt 1310. Damit verbunden ist die freie Wahl eines Stadtrichters durch die Bürger der Stadt.

Befestigung der steirischen Ostgrenze

Die ab 1165 neu einsetzende Ungarngefahr führte zur Bevorzugung von Graz als Residenz der Traungauer.  Zur Sicherung der Ostgrenze und zum Schutz der bereits bestehenden Ansiedelungen begann man einen Burgengürtel zwischen Pitten und Bad Radkersburg anzulegen.

1166 wird erstmals Neuberg bei Hartberg, als „Nitperg“ (=Kampfburg) genannt. Der Burgfried von Neuberg ist bis heute wehrhafter Zeuge. Hartberg wurde zur befestigten Grenzstadt und hatte sich als Grenzbollwerk ständig zu bewähren. Es kam zu Einfällen der Ungarn, der Türken, der Haiducken und den Kuruzzen.

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