Entwickung der Pfalz zur Stadt. Aufgrund der Lage Hartbergs an einem Straßenknotenpunkt und der Tatsache, dass hier schon zur Römerzeit eine Siedlung bestanden hatte, fasste Markgraf Leopold den Ort als Gewerbe- und Handelszentrum für die umliegenden Dörfer ins Auge. Der Markt spielte als Arbeitsplatz in Hartberg deshalb schon früh eine Rolle, weshalb dieser bereits 1147 erweitert werden musste. 1330 erhielt die Stadt neben allen Freiheiten auch das Privlieg, "frei und ungehindert ohne Maut und Zoll Handel betreiben zu dürfen."

Bei den ersten Marktgründungen handelte es sich um Gassenmärkte. Städtebaulich beleuchtet, vollzog sich die Entwicklung vom Gassenmarkt zum Platzmarkt. Es war ein Zusammenspiel von planmäßiger Ordnung und organischem Wachstum.
Der erste und älteste dieser Gassenmärkte in der heutigen Steiermark entstand in der Pfalz des Markgrafen Leopold in Hartberg um 1125 und war quer auf die Durchzugsstraße gestellt (= heutige Michaeligasse). Bezeichnet als strata ungarica war diese die Hauptverkehrststraße der Stadt und bildete mit der Hartbergergstraße, die über den Wechsel nach Wien führte, einen strategisch wichten Verkehrsknotenpunkt.

Der Gassenmarkt, die heutige Herrengasse, war das erste Versorgungs-, Gewerbe- und Handelszentrum im Hartbergerland.  Ab 1130 wird an der Stelle des heutigen Schlosses mit der Errichtung der Burg (des Herrschaftssitzes = Pfalz) begonnen. Ein größeres Grundstück, wenige Schritte von Burg und Gassenmarkt entfernt, schenkt Leopold der Pfarre zur Errichtung der ersten Kirche, Friedhof und Pfarrhof.

Da sich wegen der rasch zunehmenden Zahl der Siedler der Gassenmarkt als zu klein erweist, wird auf dem Standort des heutigen Hauptplatzes 1147 ein Platzmarkt,  der älteste der Steiermark, errichtet.

Der Typus der platzförmigen Marktanlage wurde in Hartberg und Graz erprobt und entwickelte  sich zu immer regelmäßigeren Formen weiter, um schließlich als Rechteckplatz einen Prototyp im Städtebau des Mittelalter darzustellen.

Befestigung der steirischen Ostgrenze

Die ab 1165 neu einsetzende Ungarngefahr führte zur Bevorzugung von Graz als Residenz der Traungauer.  Zur Sicherung der Ostgrenze und zum Schutz der bereits bestehenden Ansiedelungen begann man einen Burgengürtel zwischen Pitten und Bad Radkersburg anzulegen.

1166 wird erstmals Neuberg bei Hartberg, als „Nitperg“ (=Kampfburg) genannt. Der Burgfried von Neuberg ist bis heute wehrhafter Zeuge. Hartberg wurde zur befestigten Grenzstadt und hatte sich als Grenzbollwerk ständig zu bewähren. Es kam zu Einfällen der Ungarn, der Türken, der Haiducken und den Kuruzzen.

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