Wege zur Kraft

Unterwegs sein auf Wallfahrerwegen tut gut. Der Körper bewegt den Geist. Das beständige Gehen, die gleichmäßige Bewegung, der man sich überlassen kann, ohne viel zu denken, kann zum Reinigungsweg werden. Man kann vieles von sich abfallen lassen, die innere Unruhe legt sich, man geht sich frei von Unrast. Pilgern ist so einfach und doch bedarf es einer wesentlichen Rahmenbedingung: eines dem Alltag gegenüber veränderten Verständnisses von Zeit.

Die Wallfahrt nach Pöllauberg über St. Anna ist seit über drei Jahrhunderten lebendig. 1679 wurde in Hartberg die Pest durch türkische Wolle eingeschleppt. Trotz strengster Vorsicht erfasste sie bald die gesamte Stadt und ihre Umgebung und riss Hunderte Menschen in den Tod. Bis zum März des folgenden Jahres blieben die Stadttore aus Angst vor der Ansteckung mit der tödlichen Seuche geschlossen. Die Hartberger unternahmen danach eine Pestwallfahrt nach Pöllauberg. Bis zum heutigen Tage ist diese Wallfahrt lebendig und der Weg führt über St. Anna, jeweils am 8. September. In Pöllauberg wurde anlässlich der ersten Hartberger Wallfahrt ein Votivbild aufgestellt, das sich bis heute erhalten hat.

Fein gestaffelte Anmut. Das Kirchlein zu St. Anna, ein gotisches Kleinod allerersten Liebreizes, steht bescheiden im Schatten des erhabenen Pöllaubergs mit seinen zwei Gotteshäusern.

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